Sobald der begründete Verdacht auf RA besteht, sollte der Patient unbedingt einen Rheumatologen aufsuchen. Dieser erhebt die genaue Anamnese (= Krankengeschichte) durch Befragung des Patienten (Siehe auch: Welche Informationen braucht der Rheumatologe zur Diagnose Arthritis?) und führt eine gezielte klinische Untersuchung durch – den sogenannten „Rheumastatus“. Bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen vervollständigen die Untersuchung und können die Diagnose unterstützen.

Was zeigen die Befunde?

Laborbefunde allein liefern keinen eindeutig gesicherten Beweis für das Vorliegen einer RA. Ergänzend zum klinischen Befund (Schmerzen und Schwellung der Gelenke) sind sie aber oft bestätigend. Bei vorliegender Diagnose helfen sie mit, die Aktivität der Krankheit zu beurteilen. Die Blutwerte zeigen bei einer Entzündung häufig eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und ein erhöhtes C-reaktives Protein (CRP). Der Wert der Blutsenkung und des CRP zeigt jedoch lediglich an, dass eine Entzündung im Körper vorliegt, enthält aber keine Aussage darüber, ob es sich um eine Entzündung der Gelenke handelt und ob tatsächlich eine RA vorliegt.

Was sind Rheumafaktoren?

Rheumafaktoren (RF) sind körpereigene Abwehrstoffe, die sich an die eigenen Immunglobuline (= Antikörper) binden, die also gegen ihresgleichen gerichtet sind. Sie werden im Blut nachgewiesen. Der Rheumafaktor kann den ärztlichen Verdacht auf Vorliegen einer rheumatoider Arthritis bestätigen, ist jedoch alleine noch kein Beweis für eine Rheumaerkrankung. Bei bis zu 85 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis werden im Laufe der Erkrankung Rheumafaktoren im Blutserum nachgewiesen. Ein eindeutiger Nachweis für das Vorliegen einer rheumatoiden Arthritis ist dies aber nicht, da es auch Patienten mit rheumatoider Arthritis gibt, die keinen Rheumafaktor haben (= negativ, seronegativ). Auch der Umkehrschluss stimmt nicht: Denn wer diesen Faktor im Blut aufweist, muss nicht zwangsläufig an Rheuma erkranken. Bis zu 20 % der gesunden älteren Menschen weisen einen gering erhöhten Rheumafaktor auf. Die modernste Labormethode zur Diagnosesicherung ist der ACPA-Test zum Nachweis „anticitrullinierter Peptidantikörper“, wie z. B. Anti-CCP- oder Anti-MCV-Antikörper. Bei Bestehen klinischer Beschwerden des Patienten ohne eindeutigen Blutbefund bedarf es in jedem Fall weiterer Schritte, um eine eindeutige Diagnose zu stellen.